Tanze als ob niemand zusieht.

Vor kurzem ist der Partner meiner Tante gestorben.

Die Freundin eines guten Freundes hat Krebs. Unheilbar.

Meine Tante hat letztes Jahr ihren Krebs besiegt.

Die beste Freundin meiner Schwester hat einen Hirntumor und wird bald daran sterben.

Ein Freund, mit dem ich zusammen studiert habe, ist während des Studiums gestorben. Unvorhersehbar sind seine Lungen versteinert. Einfach so.

Man fragt sich „Warum? Warum diese Menschen? Diese wunderbaren Menschen, die das Leben so sehr bereichern?“

Meine Tante schrieb mir heute Morgen, dass eine Freundin ihr sagte, dass der liebe Gott ihr sagen möchte, dass sie ihr Leben genießen und auskosten soll.

Das Leben ist so kurz. Und manchmal viel kürzer als man denkt.

Deshalb ist es so wichtig, dass man es so lebt, wie man es möchte! Das wichtigste ist, dass man glücklich ist! Dinge für sich tut und nicht für andere! Größtenteils egoistisch ist und darauf achtet, dass das eigene Leben so verläuft, wie man es möchte. Natürlich muss man Rücksicht auf andere nehmen und darf nicht über Leichen gehen. Egoismus schließt ja Empathie, Hilfsbereitschaft und Gutsein nicht aus. Es bedeutet nur, dass man gucken muss, dass man glücklich ist/ wird/ bleibt. Denn wenn man selbst nicht zusieht, dass man glücklich ist, dann macht das vielleicht niemand. Und am Ende hat man vielleicht zu viel Rücksicht auf die Gefühle und Bedürfnisse anderer genommen ohne sich selbst zu fragen, was man eigentlich möchte. Und wie mir heute erst wieder bewusst geworden ist, kann das Ende schneller vor der Tür stehen als man denkt.

Was möchte ich eigentlich sagen….

So abgedroschen dieser Spruch auch ist: Carpe Diem. Nutze den Tag. Lebe als ob es kein morgen gibt. Tanze als ob niemand zusieht. Singe als ob es niemand hört.

Natürlich ist das nicht so leicht, wie es sich hier runterschreibt.

Gäbe es kein morgen, und ich wüsste davon, wäre ich jetzt nicht auf meiner Couch und schriebe hier davon, was man täte, wäre es anders. Ergibt das Sinn? Oder vielleicht doch. Vielleicht schriebe ich das hier. Nur noch emotionaler und bestimmender.

Wüsste ich vom nahenden Ende…ich hätte heute wahrscheinlich keinen Schirm mitgenommen und wäre barfuß durch den Regen gestapft.

Wüsste ich, dass ich morgen vielleicht keine neue Chance auf einen neuen Tag bekäme, würde ich heute alle meine Freunde und Familienmitglieder treffen.

Wüsste ich, dass ich nicht mehr viel Zeit habe, würde ich meinen Vater anrufen und ihm sagen, dass ich ihn lieb habe.

Wüsste ich, dass das Leben kurz ist, müsste ich nochmal jemanden küssen gehen.

Das Ding ist: ich weiß, dass das Leben kurz ist. Aber trotzdem sitze ich hier und schreibe davon. Weil es nicht so einfach ist, das Leben zu Leben als wäre es bald vorbei. Ich versuche jeden Tag etwas tolles zu tun. Ob es ein Blogbeitrag ist, eine große Gassirunde, bei der ich mich über die Unbeschwertheit meines Hundes freuen kann oder ob es ein Treffen mit Freunden ist.

Jeden Tag das Leben bewusst genießen, sich aber von dem Gedanken, dass man das Leben genießen muss, nicht verrückt machen und unter Druck setzen zu lassen.

Die Hauptsache ist auf jeden Fall, dass man macht, was man möchte. Ohne sich von anderen oder dem gesellschaftlichen Druck beeinflussen zu lassen.

Wenn ich keine Führungskraft mit dickem Gehalt sein möchte/ kann, dann muss ich das auch nicht. Wenn ich mit Mitte 30 in einer Bar arbeiten und schreiben und Kunst machen möchte, dann sollte ich das machen. Weil mir das Freude bereitet. Und es kann sein, dass es Menschen gibt, die es für unangebracht halten, in meinem Alter so zu leben. Aber das ist dann ja in erster Linie deren Problem (danke Holger für diesen Spruch!). Zufriedenheit ist wichtiger als Sicherheit. Von finanzieller Sicherheit kann ich mir kein Glück kaufen.

Wow. Nun bin ich von toten und kranken Menschen zu Lebensfreude gekommen. Aber beides liegt sehr dicht beieinander.

Und abschließend noch ein abgedroschener, aber deshalb nicht weniger wahrer Satz:

Am Ende bereust du nicht die Dinge, die du getan hast, sondern die, die du nicht getan hast.

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