Silvester

Für viele ist dies ein Tag der Freude. Sie sind aufgeregt, kaufen Alkohol, putzen sich heraus, treffen Freunde und machen Party.  Ich bin kein Fan von Silvester.  Ich weiß nicht warum, aber immer an Silvester legt sich eine kleine Melancholie um mein Herzchen. Ich lasse wie so viele Menschen das letzte Jahr nochmal auf mich wirken. Was lief gut, was weniger? War es „besser“ als das Jahr davor? Bin ich zufrieden? Was hätte besser laufen können? Was erwarte ich vom nächsten Jahr? 

Dieses spezielle bald vergangene Jahr hat mich zurück in meine Heimatstadt Lübeck gebracht.  Auch wenn mir manchmal die große, bunte, verrückte und laute Stadt fehlt, war es doch die richtige Entscheidung. Denn für mein alltägliches Leben habe ich gern Wasser vor der Tür und meine besten Freundinnen nur Minuten von mir entfernt. 

Wenn es mich nach Aufregung, guten Restaurants, Kunst und natürlich meinen Berliner Freunden sehnt, setze ich mich einfach in den Bus oder Zug und bin in 3 Stunden dort. Aber schon nach 3 Tagen merke ich, dass mir dort alles zu viel wird und bin froh, wenn ich wieder den kleinstädtischen und manchmal doch spießigen Lübschen Boden unter meinen Füßen spüre.

2019 war nicht schlecht zu mir. Es gab viele schöne Momente. Wir saßen häufig in großer Runde zusammen und haben viel gelacht! Wir saßen manchmal in kleiner Runde zusammen und haben geweint. Ich habe langsam wieder angefangen freelance zu arbeiten. Der Hund und ich hatten ein paar schöne Tage am Meer! Freunde haben überlebt! Wir durften zwei neue kleine Menschlein in unserer Runde begrüßen! Ich habe direkt einen neuen Job gefunden, als ich danach suchte. Ich habe tolle neue Menschen kennenlernen dürfen! Und das eine oder andere neue Tattoo schmückt nun meine Haut.

Im Großen und Ganzen war es aber ein sehr unaufgeregtes Jahr für mich. Ich bin dankbar für all die schönen Momente und all die tollen Menschen, die mich durch dieses Jahr begleitet haben!

Aber da geht noch mehr! 

Anfang des Jahres schrieb ich einen Text, in dem stand, was ich alles machen wollte. Und wie es typisch ist für gute Vorsätze, blieben es hauptsächlich auch eben diese

Was wollte ich nochmal alles machen?

Hier ein kurzer Rückblick zur etwas übermotivierten Vergangenheits-Jule:

  • meinen Podcast weitermachen (auch wenn er gerade eine kleine Pause macht und wohl erst Ende Januar wiederkommt…)
  • ein Buch schreiben/ illustrieren 
  • mehr für meinen Körper tun, indem ich mehr Sport treibe und mich gesünder ernähre
  • viel mehr Zeit mit Freunden verbringen
  • knutschen
  • häufig mit Spacko im Meer baden
  • ein neues Business starten 
  • mich auf mich konzentrieren und mein Herz und meinen Bauch fragen, was ich will
  • viel häufiger kreativ sein! Pinsel, Stift, Schere, Kamera schwingen!

Was habe ich also umgesetzt? 

  • Ich habe definitiv auf mich und mein Herz gehört und mich in meinem Rhythmus bewegt. Das ist gut!
  • Der Podcast liegt immer noch auf Eis. Aber steht auf meiner neuen 2020-Liste. 
  • Ein Buch schreiben…habe ich im Hinterkopf. Steht aber nicht mehr auf der Liste.
  • Mehr für meinen Körper tun? Jap. Nicht umgesetzt. Kommt auf die Liste.
  • Ich habe viel Zeit mit Freunden verbracht! Das ist toll, wichtig und freut mich sehrsehr! Ich liebe euch! 
  • Knutschen. Sagen wir…ich arbeite dran und setze es wieder auf die Liste.
  • Ich war mit Spacko am und im Meer! Check!
  • Ein neues Business starten? Nein danke. Habe ich nicht und habe ich auch nicht mehr vor.
  • Kreativität? Ist mehr geworden, kommt aber definitiv wieder auf die Liste.

Also. Neue Liste? Ja wieso nicht.

  • Knutschen (Ausrufezeichen Eins Elf)
  • Meinen Körper wie meinen Tempel behandeln. Mehr an der Architektur als an der Wandmalerei arbeiten.
  • Mit einem Job mein Leben finanzieren (statt mit 2 und zusätzlich noch freelance!)
  • In den Urlaub fahren
  • Kreativität! 
  • Podcast!!!1!!11
  • Schreiben. Mehr schreiben. Ich denke über ein Tagebuch-Format nach. Also täglich. Mal sehen.

Das wars schon. Nichts utopisches. Und alles, was grad gut läuft und mein Leben bereichert, soll natürlich bleiben! Is ja klar.

Ich lasse nun also diesen letzten Tag des Jahres, diesen letzten Tag des Jahrzehnts, ausklingen. Mit einem Dosenbier für die Stimmung, einem Liter Leitungswasser gegen den direkt einsetzenden Kater, Kaffee für die Wachheit, Mandarinen für Vitamine und ein paar Worten für euch und auch für mein Seelenheil. Der Spacko und ich bleiben heute zu Hause. Nicht, weil es keine Einladungen für Parties oder Essen gab. Sondern weil Silvester einfach nicht mein Tag ist. Alle sind entweder super happy oder schräg drauf. Oder am späteren Abend aggressiv. Mit keiner dieser Emotionen möchte ich heute konfrontiert werden. Und im Gegenzug muss ich auch niemandem meine sich im 10-Minuten-Takt ändernden Launen antun. 

Zum Glück hat Spacko keine Angst vor Knallern und kann mich gleich draußen beschützen. Denn ich habe sehr wohl Angst vor dem Spektakel auf den Straßen. Verdrehte Welt. (Und positive Konditionierung. An seinem ersten Silvester hat er bei jedem Knall einen Keks bekommen. Es gab viele Kekse. Aber so verbindet er seitdem mit einem lautem Knall etwas positives. 🙂 Im Gegensatz zu mir, die vor 18 Jahren brennend vor der MuK stand 😀 )

Ich wünsche euch, dass ihr fein in das nächste Jahr(zehnt) kommt! Auf dass es uns mit seiner Fabelhaftigkeit überwältigen wird! 

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