schaffen und prokrastinieren

Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht, wenn man so viel zu tun hat.
Es ist aber auch der Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man nichts tut.
Dies ist seit Wochen wieder der erste Text, den ich schreibe. Nicht weil ich keine Themen hatte, sondern weil ich mich nicht aufraffen konnte. Ich bin eine große Freundin der Prokrastination, weiß aber nicht, ob das hier zutrifft. Manchmal frage ich mich, ob ich einfach faul bin oder ob ich wirklich nicht kann, weil mein Geist und Körper mich davon abhalten. Ich habe absolut keine Ahnung.
Es war auf jeden Fall so, dass ich nur etwas geschafft habe, wenn ich feste Termine, Verabredungen oder Deadlines hatte. Und dann auch nur auf den supermegaallerletzten Drücker. Deshalb bin ich echt froh, dass ich mir das Ziel gesetzt habe, alle 2 Wochen am Mittwoch eine neue Folge meines Podcasts rauszubringen. Das funktioniert bisher wirklich gut. Und da bin ich auch sehr stolz drauf.
Dieser Podcast ist meine Therapie. Ich spreche mit Frauen, die auch Probleme haben, welche zu psychischen Krankheiten oder Belastungen führten. So doof das klingt, aber das tut richtig gut. Ich fühle mich weniger allein mit…ja mit was eigentlich? Meinem Leiden wollte ich eigentlich schreiben. Aber leide ich? Wirklich? Ja. Nicht immer und ständig, aber doch häufig genug. Dieses „Nichtaufraffenkönnen“ macht mich echt fertig. Ich habe so viele Pläne und tolle Ziele vor Augen und trotzdem schaffe ich es häufig nicht anzufangen.
Heute Morgen erst schlug Facebook mir ein Webinar vor, in dem Künstler lernen können, wie sie ihre Ziele erreichen. Danke Facebook, dass du siehst, dass ich eine Künstlerin bin. Aber ist das das Problem? Bin ich eine Künstlerin? Und ist das ein typisches Merkmal? Wahrscheinlich nicht.
Auf der anderen Seite möchte ich mir auch nicht den Stress machen. Stress hatte ich genug und das führte ja erst dazu, dass die Couch neben Spacko mein bester Freund geworden ist.
Ich denke, ich werde alles auf mich zukommen lassen und immer wieder Pläne schmieden und Ziele stecken. Es wird die Zeit kommen, dass ich aufstehe und einfach mache. Denn Machen ohne zu denken funktioniert bei mir am besten. Oder ich hab eine nichtverschiebbare Deadline. Dann fang ich auch so an, dass ich gerade rechtzeitig fertig werde.
Und so fighten meine Gedanken ständig. „Hey! Raff dich doch mal auf und mach endlich!“ „Ne ist schon ok! Nimm dir die Zeit, die du brauchst!“ Irgendwo dazwischen liegt die Lösung.

Heute wird ein guter Tag. Die Sonne scheint und abends nehme ich eine neue Folge meines Podcasts auf. Das Besondere an dieser Folge ist, dass ich die Seiten wechsle und interviewt werde. Die Frau mit den Fragen ist dieses Mal Rike und ich bin schon ganz aufgeregt. Positiv aufgeregt natürlich! Wieder eine kleine Therapiestunde für die kleine Jule. Und so wie es mir jedes Mal gut tut zu merken, dass ich nicht allein bin mit allem, so hoffe ich, dass es meinen Zuhörerinnen und Zuhörer auch geht. Das ist nämlich der große Masterplan hinter all dem. Dass mehr Menschen sehen, dass sie nicht allein sind mit ihren Gedanken und Problemen. Das löst zwar die Probleme erstmal nicht, aber das Gefühl ändert sich. Zu wissen, dass man nicht allein ist, stärkt ungemein! Und wenn wir im Podcast auch noch davon erzählen, wie wir es geschafft haben, aus unseren Tiefs und Löchern rauszukommen, werden andere Menschen davon vielleicht sogar inspiriert und schaffen es auch.

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