Kein verlorener Tag

Ich war heute ein aggressiver Mensch. So ganz für mich allein. Damit möchte ich sagen, dass es keine Auswirkungen auf andere hatte.

Ich habe nun den halben Tag darüber nachgedacht und bin zu unterschiedlichen Auslösern gekommen.

  1. Ich habe vor einer Woche wieder angefangen die Pille zu nehmen. Da sich das aber doof anfühlt (Haut, Haare, Stimmungsschwankungen, durchgehende Blutungen…), habe ich sie gestern wieder abgesetzt. Grund 1 liegt also wohl in meinem Hormonhaushalt.
  2. Ich hatte heute, wie ich dachte, meinen ersten Termin bei einer Psychotherapeutin. Das hat mich wohl mehr gestresst als ich dachte. Ist ja alles sehr aufwühlend, wenn man sich vor einer fremden Person emotional nackig machen soll. Im Endeffekt war es eine psychotherapeutische Sprechstunde, die zu nichts führt. Die Frau hat mir gleich am Anfang der Stunde erklärt, wie das so läuft mit den Therapieplätzen und dass sie leider nur dafür da ist, um herauszufinden, OB ich eine Therapie brauche, wenn ja wie dringend die nötig ist und was überhaupt für eine Art der Therapie ich benötige. Am Ende fanden wir uns sehr nett, sie würde mich gern behandeln, ich würde gern von ihr behandelt werden, welche Art der Therapie bei mir angebracht wäre, wissen wir nicht…da sie aber keinen Platz frei hat, muss ich nun weitersuchen. Einen Therapieplatz zu finden, wenn man nicht privat versichert ist, ist gar nicht so einfach. Die Ärzte, die gesetzliche Kassenpatienten annehmen, sind meistens völlig überbucht. Es gibt die Möglichkeit, bei der Krankenkasse Kostenübernahme für einen „Privat-Arzt“ zu beantragen, aber dann muss eben der Arzt, zu dem man möchte, auch einen Platz frei haben. Alles nicht so einfach. Ich werde mal sehen, wohin mich da mein Weg führt.
  3. Heute wurde offiziell bekanntgegeben, dass die Chaostheorie schließt. Mein „Baby“, welches ich vor einem Jahr abgegeben habe, wird es ab nächster Woche nicht mehr geben. Nachdem die neuen Besitzer leider weniger Herzblut reinsteckten und eher auf Masse statt Klasse setzten, war dort sowieso alles nicht mehr so, wie es mal war war. Dazu mal an anderer Stelle mehr. Aber es ist schon ein krasses Gefühl, wenn das, was man mit so viel Liebe, Zeit, Blut und Schweiß aufgebaut hat, einfach an die Wand gefahren wird. Aber was soll man machen. Es wird weitergehen. Mit anderen Dingen und anderen Menschen, aber wieder mit Herzblut und Liebe. Denn das sind meiner Meinung nach die Zutaten, die etwas richtig gut werden lassen. Wenn man es nicht fühlt, wird es nicht so gut wie es sein könnte.

Ich muss sagen, dass ich nach dem Gespräch mit der Therapeutin sehr viel ausgeglichener bin. Wir hatten nur eine Dreiviertelstunde Zeit, aber das hat schon ausgereicht, mich wieder zu finden. Und das wiederum zeigt mir, dass ich wirklich diese Therapie brauche. Nicht weil ich gaga bin oder alleine nicht klar komme, sondern weil ich mit manchen Situationen nicht umgehen kann und hilflos bin.

Nun liege ich in meiner geliebten Hängematte (oh bitte lass es noch ein paar schöne Tage geben, die ich in der Hängematte genießen kann!) und fühle mich besser als heute Morgen. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis, mich ins Bett zu legen und einfach nur zu schlafen.

Ich freue mich auf einen produktiven Abend. Und Pizza. Und Netflix.

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