Inspirational Talk

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Foto Titelbild: Wencke Fiedler

 

Gestern durfte ich beim Inspirational Talk vom Emotion Magazin dabei sein. Das ganze fand im Store von Triumph Lingerie in der Mall of Berlin statt und die Ehren-Gästin und Frau des Abends war Anika Decker.

Als auf der Seite des Emotion Magazins von der Talk-Reihe von und mit starken Frauen gelesen habe, wollte ich unbedingt dabei sein. Man konnte (für die Städte Hamburg, Wien, München und Zürich geht es noch!) sich für den Talk als Gast bewerben. Gesehen getan und schwups hatte ich schon die Bestätigung in meiner Inbox.

Weil solche Abende noch schöner sind, wenn man in guter Gesellschaft ist, fragte ich meine Freundin Wencke, ob sie mich begleiten möchte. So machten wir uns also gestern auf zur Mall of Berlin (ehrlich gesagt bin ich dort nicht so häufig. Große Einkaufshäuser, die sogenannten Malls, verwirren und überfordern mich immer. Auch wenn ich zugeben muss, dass es schon sehr praktisch ist, wenn so viele Läden unter einem Dach zu finden sind. Allerdings auch kostspielig. Wie auch immer…zurück zu Lück.) und verbrachten einen Abend, der uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich kurz vor dem Talk noch nichts von Anika Decker gehört. Jedenfalls nicht bewusst. Anika Decker ist eine der wenigen Drehbuchautorinnen und Regiseurinnen Deutschlands, die im Mainstream Filmbusiness Erfolg haben. Bekannt geworden durch Filme wie „Keinohrhasen“, „Traumfrauen“ und „Rubbeldiekatz“ hat also doch so gut wie jeder Deutsche mit Zugang zu Fernsehen und Internet indirekt schon etwas von ihr gehört bzw gesehen.

Kurz bevor ich von zu Hause losging, postete ich noch schnell ein Foto von mir auf Instagram. (Ich kann mich einfach nicht so richtig an Selfies gewöhnen. Wohin mit den Händen, wie gucken und aus welchem Blickwinkel (von oben! Ganz klar von oben!)?) Dank der Verlinkung von Anika Decker und dem Emotion Magazin und wohl auch dank meiner rosa Lockenpracht wurde ich beim Reinkommen gleich von Frau Decker erkannt und über die Haarfarbe ausgequetscht. Sie sagte, dass sie auch gern mal solch eine Farbe ausprobieren und wagen würde, sich aber doch nicht traue. Ich gab ihr ein paar Tipps und freute mich riesig über dieses kurze „intime“ Gespräch!

Nach dem einen oder anderen Sektchen ging es los. Kristina Appel vom Emotion Magazin und Anika Decker nahmen für den Talk Platz. Da der Triumph Store nicht besonders groß ist, wurde für das Publikum von ca 20 Frauen nicht aufgestuhlt. Das Interview wurde mit 45 Minuten plus Zeit für Fragen angesetzt. Zum Glück trugen Wencke und ich Jeans und setzten uns kurzerhand auf den Fußboden. Wesentlich bequemer als eine Stunde zu stehen. Ich muss sagen, dass ich mich auf dem Fußboden sitzend immer gleich 10 Jahre jünger fühle 😀 Das Gefühl, dass es vielleicht für eine 35jährige unpassend ist, auf dem Fußboden zu sitzen, habe ich aber nicht. Mir ist relativ egal, was andere darüber denken, was in jenem oder welchen Alter angebracht ist oder nicht.

Der Talk hatte also begonnen und ich war sofort Feuer und Flamme und muss nun gestehen, ein kleines Fan-Girl von Anika Decker zu sein.

Sie ist so eine starke Frau, die dabei aber wahnsinnig herzlich und freundlich rüberkommt.

Auf die Aussage, dass sie ja eine Führungsperson sei, sagte sie, dass sie immer dachte, keine Führungsqualitäten zu haben. Viele männliche Regisseure drücken ihre Führung und Machtposition durch Gebrüll und oft auch cholerische Anfälle aus. Da Frau Decker aber beides für völlig unangebracht hält und dafür auch nicht der Typ sei, dachte sie, dass sie möglicherweise am Set nicht ernst genommen würde. Zum Glück wurde sie eines Besseren belehrt. Auch durch freundliche und höfliche, aber bestimmte Art kommt Frau zum Ziel. Wahrscheinlich sogar zu einem besseren und mit mehr wohlwollenden Menschen um einen herum.

Außerdem erzählte sie davon, dass sie lange mit den (männlichen) Geldgebern z.B. über die Rolle der Anna in Keinohrhasen diskutieren musste. Anna ist eine kluge und hübsche Frau, die sich nicht verstellt. Allerdings verkörpert sie (übrigens gespielt von der tollen Nora Tschirner) nicht die Rolle des hässlichen Entleins, das sich dann zum Schwan mausert aka Aschenputtel wird zur Prinzessin. Denn das ist doch, was alle sehen wollen. Bisschen MakeUp und ein paar Designerklamotten und schon findest du den Mann deiner Träume. Nicht. Anika Decker wollte zeigen, dass auch eine Frau, die sich nicht verstellt und nicht jeden Tag supertopmegageilsexy aussieht, im Leben weiterkommen und die Liebe finden kann. Nur wollen viele Männer das nicht begreifen, bzw sowas schonmal gar nicht auf der großen Leinwand sehen. Hach.

 

 

Anika Decker hat es geschafft. Sie ist eine großartige Drehbuchautorin und Regisseurin, die für ihr Talent geschätzt wird. Sie berichtete aber auch davon, dass die großen Jobs, bei denen es um viel Geld geht, doch häufig lieber an Männer gegeben werden. Weil es oft noch so ist, dass solche Männer das entscheiden dürfen, die denken, dass ein Mann den Job besser macht. Es gibt also noch viel zu tun.

Ich muss sagen, dass mich der Inspirational Talk wirklich inspiriert hat. Ich finde es immer wieder toll, wenn sich Frauen zusammentun und sich unterstützen, Kraft geben und Mut zureden. So ein Abend war das gestern. Anika Decker ist wirklich eine inspirierende Frau, die hart gearbeitet und gekämpft hat, um da zu stehen, wo sie jetzt ist. Und ich finde es großartig, dass sie sich die Zeit genommen hat, über das Frauenbild in der Filmbranche (und allgemein) zu sprechen und zu erzählen, wie sie sich verhält, wenn z.B. auf dem Oktoberfest jemand versucht, ihr eine Visitenkarte in den Ausschnitt zu stecken (erstmal innerlich zählen und dann reagieren).

Danke Anika Decker fürs Großartigsein! Und danke auch für die fantastische „Wühlen und Pieksen“ Filmszene in „Keinohrhasen“ (Funfact: Diese Szene hat wohl sehr viele Männer dazu gebracht, über ihre Oralsex-Praktiken nachzudenken und ihnen geholfen, ihren Partnerinnen mehr Lust zu bereiten. Leider führte das wohl aber auch zu Verunsicherung und Einschüchterung und zu weniger Oralsex für Frau Decker…zumindest in der ersten Zeit nach dem Film)!

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